DAS PUBLIKUM TRÄGT YANNICK FLOHÉ ZUM SIEG

Das Freiluft-Stadium des Kletterzentrums Vertikale war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Über tausend Menschen sahen sich das Weltcup-Finale der Männer live an und jubelten den sechs Finalisten zu. Der Deutsche Yannick Flohé holt sich in Brixen den Sieg, knapp hinter ihm platzierte sich der Brite Maximillian Milne.

Die Musik wird lauter, die Stimmung steigt – das Finale des Boulder-Weltcups in Brixen war ein sportliches Erlebnis, das seinesgleichen sucht. 6 Athleten aus 4 Nationen traten im Finale um 19 Uhr gegeneinander an. Dabei hatten sie alle nur ein Ziel, sich den Sieg auf dieser fünften Weltcup-Etappe zu sichern. Am Kombinationsweltmeister Yannick Flohé aus Deutschland kam am heutigen warmen Sommerabend aber niemand vorbei. Er brachte das Stadium zum Glühen und krönte sich mit 2 Tops und 4 Zonen zum Boulder-König von Brixen. Der 21-jährige Engländer Maximillian Milne musste sich mit Platz 2 zufriedengeben. Das Podium komplettierte der Japaner Tomoa Narasaki (Boulder-Weltmeisterin von 2019).

Flohé brachte die Tribüne von Anfang an zum Beben. Beim zweiten Boulder hatte er einige Schwierigkeiten. Der Engländer Maximillian Milne hingegen schaffte es genau dort – unter lautstarkem Jubel des Publikums – bis an die Spitze. Beim dritten Boulder gab es Standing Ovations als Flohé das Top erreichte. Er war der einzige im Teilnehmerfeld, dem es gelang diesen zu lösen. „Das Finale lief wirklich gut“, sagte ein sichtlich erfreuter Flohé. „Das erste Top zu schaffen, gab mir viel Energie. Beim Zweiten hatte ich einige Schwierigkeiten. Dann habe ich mich selbst überrascht, als ich den dritten Boulder geschaffte habe, der mir eigentlich überhaupt nicht zusagte. Beim letzten der vier Boulder-Routen, die es zu bezwingen galt, war ich hingegen wieder zuversichtlich“. Gut und vor allem zielstrebig bringt der Engländer Milne 2 Tops und 3 Zonen nach Hause: „Es war ein intensiver Wettkampf, der mir sehr viel Spaß gemacht hat. Ich weiß gar nicht, wie ich das heute geschafft habe – vermutlich durch einen seltsamen Zauber. Das Publikum war großartig. An Brixen habe ich gute Erinnerungen, hier habe ich schon eine Bronzemedaille bei den Jugend-Europameisterschaften eingeheimst. Der heute Podestplatz ist fantastisch“.

Der Japaner Tomoa Narasaki beendete den Wettkampf in Brixen heute auf Platz 3. Bis zum Schluss kämpfte er mit Herz und Seele, um die Tops zu erreichen. „Es war wirklich schwierig heute. Die Boulder waren hart, außerdem war ich vom Halbfinale noch sehr müde. Deshalb habe ich es nicht an die Spitze geschafft, aber ich bin trotzdem glücklich“, sagt Narasaki. Der 19-jährige Koreaner Dohyun Lee rutschte auf den vierten Platz ab; er erreichte in Brixen das erste Finale seiner Karriere. Der Weltcup-Gesamtführende Yoshiyuki Ogata musste sich mit dem fünften Platz begnügen, während Meichi Narasaki als Sechster das Finale beendete. Das Publikum konnte sich heute in Brixen vom Zauber des Bouldersports überzeugen, der heute die Menschenmenge sichtlich erreichte. Gegen 22 Uhr gingen die Lichter im Vertikale Kletterzentrum in Brixen aus. Auch wenn der erste Boulder-Weltcup in Brixen nun Geschichte ist, gibt es vieles das in Erinnerung bleibt: Nicht nur Emotionen und sportliche Höchstleistungen, sondern auch eine gelungene Organisation, die sich der Alpenverein Südtirol auf die Fahne schreiben kann. Ralf Preindl vom OK zeigt sich sichtlich zufrieden: „Die Bilanz ist mehr als positiv. Wir haben es geschafft, hunderte von Menschen für diesen Sport zu begeistern und sie nach Brixen zu holen“. Auch die ehemalige Athletin Alexandra Ladurner, die ebenso Teil des Organisationskomitees ist, freut sich über die positiven Rückmeldungen: „Alles ist gut gelaufen. Ein großes Dankeschön geht an die 150 freiwilligen Helfer der Veranstaltung unter ihnen auch die junge Südtirolerin Leonie Hofer, die vor einem Monat hier in Brixen ihr Europacup-Debüt gab“.

Die nächste Weltcup-Etappe steht Ende des Monats, vom 22. bis 26. Juni, in Innsbruck auf dem Programm. Ob es in Brixen einen weiteren Weltcup geben wird, darüber ist es noch zu früh zu sprechen. Unter den Zuschauern befand sich jedenfalls auch IFSC-Präsident Marco Scolaris, der sich vor Ort ein Bild von der tüchtigen Organisationsmaschine in Brixen machte.

10 Jahre VERTIKALE Brixen

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